Geschichte der Lautsprecher |
Untrennbar mit der Entwicklung der Lautsprecher verknüpft ist die Entwicklung des Telefons. Im Rahmen eines Fernsprechapparates kommt erstmalig auch ein Lautsprecher zum Einsatz. Die Geschichte beginnt daher im Jahr 1860 als durch Antonio Meucci ein Fernsprecher präsentiert wurde. Weitere Beiträge lieferten im folgende Jahr Philipp Reis mit seinem Telefon, Alexander Graham Bell, der Telefone zur Marktreife brachte, und Thomas Alva Edison, der mit einem Phonographen experimentierte. Lautsprecher und auch das Gegenstück, das Mikrofon, wurden als quasi nebenbei zu einem anderen Zweck „miterfunden“
Der Erfinder und Industrielle Werner von Siemens hat im Jahre 1878 ein Patent für den elektrodynamischen Lautsprecher erhalten. Dies ist bis heute die meistverbreitete Bauform von Lautsprechern. Pech für Siemens war jedoch, dass noch keine passenden Verstärker existierten. Der Engländer Oliver Lodge gilt daher als Begründer moderner Lautsprechertechnik. Zwar arbeitete seine Entwicklung nach dem Prinzip „elektromagnetischer Lautsprecher“ und bedurfte noch einiges an Weiterentwicklung, um in den Bereich von natürlicher Wiedergabe zu kommen. Doch Lodge gelang ein funktionierender Anfang.
Die elektrodynamischen Lautsprecher, wie schon Werner von Siemens sie erdacht hatte, kamen erst 1925 wieder ans Licht der Öffentlichkeit. Auf der Berliner Funkausstellung präsentierten die US-Amerikaner Chester Rice und Edward Kellog ihre Entwicklung, die bis heute vom Prinzip her in über 90 Prozent aller Lautsprecher-Systeme zum Einsatz kommt.
In den folgenden Jahrzehnten wurden lediglich ständig Wirkungsgrad und die Wiedergabetreue weiterentwickelt. Auch die Größe konnte verbessert werden. Waren die ersten Modelle noch wahre Riesen, kamen neue Lautsprecher mit wohnzimmertauglichen Maßen auf den Markt. Die klanglichen Verbesserungen konnten unter anderem mit dem Einsatz von Permanent-Magneten erzielt werden. Auch die Wechselwirkung von Lautsprecher und Gehäuse war anfangs noch unbekannt.
Im späteren 20. Jahrhundert kamen schließlich nochmals komplette neue Entwicklungen hinzu. Die Firma um Jon Dahlquist und Saul Bernard Marantz zeigte Ende der 1970er Jahre erstmals flache Lautsprecher ohne Gehäuse. Stanley Marquiss konnte 1983 einen Lautsprecher vorstellen, der flach auf eine Wand aufgebracht werden konnte. Zehn Jahre später entstand der von Ken Heron entwickelte Distributed Mode Lautsprecher. Zur Schallerzeugung werden hier Partialschwingungen verwendet.